Wappen Schöppenstedt
Wappen Athis de l´Orne
Wappen Barby/ Elbe

     951Jahre Sciphinstete
       
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Schöppenstedt

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Rundkurs
Ortsschild
Schöppenstedt nach Merian (1654)

Bis 1750 war Schöppenstedt, wie hier auf dem Merianstich von 1654 zu sehen, von einem Erdwall mit Graben umgeben. Dieser Wall wurde durch Tore, die in Mauerwerk eingelassen waren, unterbrochen. Im Osten war dies die Küblinger Pforte, im westen das Stobentor mit der Wassermühle, im Norden das Twelkentor und im Norden im Bereich von Steinweg/Neue Straße das Hohe Tor.

Schöppenstedt: Wegweiser
Schöppenstedt: Geographie
Nachtwächter

DerNachtwächter  zu  Gross-Schöppenstedt  (1885)

SchöppenTillDer Volksmund hat am Namen und dem Wappen Schöppenstedts sagenhafte Deutungen angeknüpft, die aber von den Gelehrten verworfen werden. So sagt man, der Name weise auf eine altdeutsche Gerichtsstätte hin, wo “Schöppen” (Gerichtsbeisitzer) zusammengekommen seien; diese hätten manchmal törichte Urteilssprüche gefällt, die man andernorts als “Schöppenstedter Streiche” verlachte. Ohne Zweifel sind aber die Leute von Schöppenstedt niemals einfältiger gewesen als anderswo. Das Wappen der Stadt zeigt ein Schiff mit einem aufrecht darin  stehenden Löwen; daran knüpft sich die Überlieferung, die Altenau sei hier  früher mit Schiffen zu befahren gewesen. Vielleicht ist die Stadt auch nach dem ersten Ansiedler der Gegend (Skippo) benannt worden .-                        Friedrich Schöppenstedt: NotgeldBosses Kleine braunschweigische Landeskunde, 1907

Schöppenstedt liegt auf sehr altem Siedlungsboden: die Umgebung ist reich an Spuren der Bandkeramiker. Die außerordentliche  Fruchtbarkeit der Mulde, in der der Ort an der einst schiffbaren Altenau (Nette) liegt, und die Lage an wichtigen alten Straßen (Rhein- Elbe- Straße, südlicher Dietweg am Elm) und bedeutsamen Verbindungswegen (von Braunschweig und Wolfenbüttel nach Schöppenstedt) haben zur Entwicklung von Schöppenstedt beigetragen. Die Anfänge der Besiedlung liegen noch im Dunkeln. Möglicherweise hat auch hier ein fränkischer Königshof bestanden. Das Westendorf, wo bis ins 16. Jahrhundert eine Peterskapelle stand, könnte der Platz ältester Ansiedlungen gewesen sein. Auf jeden Fall gehört Schöppenstedt mit zu den ersten kirchlichen Mittelpunkten des Bistum Halberstadt, denn die Stephanskirche war eine der 35 vor 827 gegründeten Urkirchen des Bistums, die sich später zu Archidiakonatskirchen entwickelten. Sicher ist Schöppenstedt auch eine alte Gerichtsstätte gewesen (1326 zuerst bezeugt). Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Schöppenstedt: St. Stephanuserfolgte 1051 unter dem Namen „Sciphinstete", der wahrscheinlich von scep (Schiff) abgeleitet ist und auf die Schiffbarkeit der Altenau hinweisen sollte. Die Gegend wurde früher als ´Darlingau´ bezeichnet, allerdings ist die Bedeutung dieses Namens nicht geklärt. Alt-Schöppenstedt gehört zu den Dörfern, die noch 1332 als “villa” bezeichnet, durch landesherrliche Verfügung zum Marktflecken erhoben wurde. Eine förmliche Erhebung zur Stadt scheint nicht stattgefunden zu haben, doch war Schöppenstedt seit dem 15. Jahrhundert den übrigen Städten des Landes gleichgestellt. Ein Anwachsen des Ortes erfolgte vor allem durch Aufnahme der Einwohnerschaft der umliegenden Dörfer Twelken (im Norden), Allum (im Süden) und Neindorf (im Westen). Die bekannte Twelkenmühle ist das letzte Anwesen des gleichnamigen Dorfes, dessen Kirchturm, im 18. Jahrhundet abgetragen, für den Brückenbau verwendet wurde. Allum, das kleinste Dorf wenige hundert Meter der Straße nach Uehrde gelegen, muß bereits um 1300 von seiner Bevölkerung verlassen worden sein. Neindorf wird 1491 als „wüst" bezeichnet. Es lag zu beiden seiten des Feldweges von Berklingen nach Bansleben und die Kuckucksmühle ist das letzte verbliebene Haus auf der Bansleber Seite.               Mittelpunkt des Fleckens wurde der Markt, an dem einst außer dem Rathaus auch das städtische  Brauhaus, das Backhaus und das Wachthaus standen. Eine Stadtmauer wie Schöningen und Königslutter hat Schöppenstedt niemals besessen. Dafür bestand eine Heckenbefestigung, die aus einem bis zu 2,50 Meter hohen Wall, Hecke und Graben gebildet war und wohl aus militärischen Gründen angelegt worden war. Wahrzeichen der Stadt ist die St. Stephanus Kirche mit dem bekannten schiefen Turm aus dem 12. Jahrhundert, der im Innern an einem steinernen Pfeiler merkwürdige Darstellungen von Tiergestalten und Menschenköpfen enthält.
        Im Laufe der Jahrhunderte wurde Schöppenstedt von mehreren Bränden heimgesucht. Dem großen Brand von 1743 fielen über hundert Häuser zum Opfer. Er entstand übrigens beim Pflaumenmus-Kochen in einer Schmiede. Danach begann die Zeit von Karl-August Funcke, der im Zusammenwirken  mit Herzog Karl (Regierungszeit: 1735-1780) für den Neuaufbau und wesentliche Reformen sorgt. So wurden zum Brandschutz die Stroh- durch Ziegeldächer ersetzt - eine Maßnahme, die nicht überall auf Gegenliebe stieß.         
        Berühmt wurde Schöppenstedt als die Stadt der Streiche. Erwähnt werden diese zuerst 1619 in einer von Schöppenstedt: Markteinem unbekannten ehemaligen Schöppenstedter Schulmeister verfassten Handschrift, die das Königliche Museum in Kopenhagen aufbewahrt. Die Sammlung enthält drei Streiche, die von einem entlaufenden Dieb, einer vergeblichen Wolfsjagd und der Samtmütze des Bürgermeisters handeln. Allerdings fügt der Verfasser hinzu, dass lächerliche Streiche „teils den Schildbürgern, teils den Hirschauern, teils den Schöppenstedtern zugeschrieben werden". In der Tat kommen gerade die bekanntesten Streiche in älteren Schwanksammlungen vor. So findet sich zum Beispiel die Geschichte von dem Bullen, der das Gras abweiden soll, in ähnlicher Form auch in den 1597 bzw. 1598 erschienenen Volksbüchern von den Lalen und Schildbürgern. Umso mehr interessiert die Frage, wie die Schöppenstedter in den Ruf gekommen sein mögen, ähnlich wie die Einwohner von Schilda, Buxtehude, Krähwinkel oder Fünsing, närrische Leute zu sein. Die Ursache dafür liegt möglicherweise darin, dass die auf ihr Mummebier sehr stolzen Braunschweiger die Konkurrenz der tüchtigen Schöppenstedter Bierbrauer fürchteten und versuchten, die Bürger dieser Stadt lächerlich zu machen. Einen Hinweis darauf geben die erhaltenen Spottverse der Braunschweiger und Schöppenstedter anlässlich einer Fehde im Jahre1602, die mit einem Überfall der Braunschweiger auf das wehrlose Städtchen und einer Vernichtung der dortigen Braueinrichtungen endete. Es hat Zeiten gegeben, wo sich die Schöppenstedter ihres Ruhmes schämten. Heute sind einige, aber bei weitem nicht alle, stolz darauf, die Stadt der Streiche und eine Pflegestätte des Eulenspiegelgeistes zu sein.
        Der
Kreuzhof (Stobenstraße, Ecke Neue Straße) war ursprünglich ein Vorwerk des Blasius-Stiftes in Braunschweig, das bereits um 1300 erwähnt wurde. Das Anwesen war von einem Graben umgeben - dieser wurde ab 1480 neu ausgebaut. Zum Schutze gegen Überfälle war es mit einem Bergfried, einem massiven Turm mit mehreren Fachwerkgeschossen, versehen mit Armbrüsten und Pfeilen, ausgestattet. Ausbesserungsarbeiten sind für 1436-44 und 1480-82 belegt. Über zwei Jahrhunderte (1570-1768) wurde der Hof von einer Familie Schliephake verwaltet und ging dann durch verschiedene Hände. Für eine Erklärung des Namens „Kreuzhof" müssen wir auf den letzten Besitzer, Otto Buhbe, einen vielstudierten Hamburger zurückgreifen, der 1930 beschloss, Praktiker zu werden und den Hof vom Schöninger Viehhändler Kebbel zu übernehmen. Die Übergabe erfolgte unter einem Kreuz an der Scheune mit den Worten „mir hat der Hof Kreuz und Leid gebracht, möge er Ihnen Kreuz und Freude bringen". In der Tat konnte Buhbe den maroden Hof in einen leistungsfähigen Betrieb umbauen, wozu er selbst landwirtschaftliche Geräte entwickelte. Im Krieg wurde dieser von Amerikanern besetzt, die ihn 1949 wieder freigaben. Nach und nach wurde die Viehhaltung aufgegeben; 1974 war auch das letzte Huhn verschwunden. Nach der Verpachtung ab 1975 wurde im alten Park eine Baumsanierung durchgeführt. Otto Buhbe selbst starb 1993 in loser Anlehnung an : Ekkehard Thon (2001) „Schöppenstedt, unserer Kleinstadt am Elm”, Geiger Verlag, Horb (Neckar)

Kreuzhof: Anlage
Schöppenstedt: Kreuzhof

Hier braucht man schon ein Flugzeug: die eindrucksvolle Anlage des Kreuzhofes ist nur zu erahnen

Ergänzung zur obigen ´light-Version´:
Schöppenstedt konnte sich bereits im 9. Jahrhundert zu einem herrschaftlichen und kirchlichen Mittelpunkt entwickeln. Die Haupt- und Taufkirche St. Stephanus war vermutlich eine Gründung des Bischofs Hildegrim I. von Charlons (gestorben 827), der Verweser des Bistums Halberstadt war. Die beiden Eingänge baute ein Wolfenbüttler Architekt zwischen 1730 und 1735 im Barockstil. Im Erdgeschoss des Turmes bfindet sich der ursprüngliche Versammlungsraum der ersten Gemeinde. In der Mitte dieses Raumes steht eine drei Meter hohe aus Elm-Kalkstein gehauene Säule, ein Kultmal von vorgeschichtlicher Bedeutung mit einer Darstellung von Wotan samt Raben Hugin (Munin).
          Schon vor der Kirchengründung war ein fränkischer Königshof als Verwaltungszentrum errichtet worden. An Stelle des Hofes legte man später das Vorwerk des Domstiftes St. Blasii in Braunschweig und die Petruskapelle an. Das mit dem Königshof verbundene Gut war schon früh an die Halberstädter Bischöfe gelangt, und zwar vermutlich  durch die Grafen von Waldeck, über Bischof Thietmar, an dessen Bistum Merseburg. Durch ihre Belehnung vermochten sich die Welfenherzöge seit dem 12. Jahrhundert herrschaftliche Einflüsse in Schöppenstedt zu sichern. Die Grafschaftsrechte in Schöppenstedt übertrug jedoch Kaiser Heinrich III. (1039–1056) im Jahre 1051 an Bischof Ätzelin (1044–1054) von Hildesheim. In dieser Urkunde wird Schöppenstedt erstmals erwähnt als
“Sciphinstete”. Ebenfalls wird in der Urkunde die Pfarrstelle als “publica ecclesia” genannt.
          Ein Pfarrgeistlicher wird schließlich 1268 mit “Rodolfus plebanus” erwähnt. Das Amt des Archidiakones an St. Stephanus bekleideten oftmals Halberstädter Domherren mit Wohnsitz im erhaltenen Fachwerkshaus an der Nordseite der Kirche. Ihre Befugnisse erstreckten sich auf Schöppenstedt und die dem Bann zugeordneten Gotteshäuser und Kapellen in
Bansleben, Barnstorf, Berglingen, Eitzum, Holtorf, Königslutter, Neindorf, Oberlutter, Rottorf, Sambleben, Schickelsheim, Schliestedt, Schoderstedt, Sunstedt, Uehrde, Warle mit Vikarie und Watzum. Vorübergehend gehörten auch Bisdorf, Küblingen und die Burg Schliestedt dem Bann Schöppenstedt an.
          Herrschaftlich und wirtschaftlich zählte Schöppenstedt zu den Siedlungen, die durch den Herzog von Braunschweig besonders privilegiert wurden. In seiner Eigenschaft als Landesherr richtete er in Schöppenstedt ein Gogericht ein und erhob den Ort zum Marktflecken. Grundherren im Dorf waren herzogliche Vasallen des Bistums Halberstadt. Schon 1238 wird Schöppenstedt, das ursprünglich aus der gleichnamigen Siedlung sowie aus dem
Osten- und Westendorf um den Ost-Elm entstanden war, als villa bezeichnet. Mit dem Westendorf wurde auch die 1375 nachweisbare Petruskapelle dem Weichbild von Schöppenstedt zugeführt. Das Gotteshaus war Filialkirche der Haupt- und Taufkirche St. Stephanus. Während die Kapelle vermutlich im 16. Jahrhundert aufgegeben wurde, diente der ihr angeschlossene Friedhof noch 1750 und 1796 zur Beisetzung von Nichtbürgern.
          Besonders mit der Herstellung und dem Handel von Bier nahm Schöppenstedt wirtschaftlichen Aufschwung. Es verfügte im 14. Jahrhundert über alle wesentlichen Merkmale einer Stadt. Denn die Bürger des Ortes waren frei von grundherrlichen Diensten und Abgaben, es gab eine Ratsverfassung, und die Siedlung war befestigt. Das Privileg über zwei Jahrmärkte erhielt Schöppenstedt 1538. Das Gogericht Schöppenstedt blieb im Mittelalter jedoch unter der Verwaltung eines herzoglichen Vogtes. Wirtschaftliche Not zwang im 14. Jahrhundert den Braunschweiger Herzog wiederholt, das Gericht an die Herren von Asseburg und an die Herren von Weferlingen zu verpfänden. Im Gerichtsbezirk von Schöppenstedt lagen
Bansleben, Barnsdorf, Berklingen, Eitzum, Küblingen, Schliestedt, Schöppenstedt, Uehrde, Warle und Watzum.
          Von der Einführung der Reformation 1542 waren sowohl die Pfarrkirche in Groß Vahlberg als auch die Archidiakonatskirche St. Stephanus in Schöppenstedt betroffen. Beide Gemeinden wurden in diesem Jahr durch evangelische Geistliche im Auftrag des Schmalkaldischen Bundes visitiert, die Besitzverhältnisse geklärt und ein evangelischer Pastor eingesetzt. Auf die katholische Ordnung griff man in Schöppenstedt insofern zurück, als man hier 1542 den Sitz einer Superintendentur einrichtete. Die evangelische Konfession war jedoch damals weder in der Stadt Schöppenstedt noch in Groß Vahlberg gesichert, denn 1547 war es dem katholischen Herzog Heinrich dem Jüngeren (1514–1568) möglich, der zuvor vom Schmalkaldischen Bund aus seinem Land vertrieben worden war, in das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel zurückzukehren. Der Herzog bemühte sich zwar, die katholischen Religionsverhältnisse wiederherzustellen, was ihm, wie im Fall von Schöppenstedt und Groß Vahlberg, jedoch  nur selten gelang. Nachdem 1568 Herzog Julius (1568–1589) sein Regierungsamt angetreten hatte, wurden neue Kirchenvisitationen durchgeführt und evangelische Kirchenordnungen erlassen; mit seiner Hilfe konnte sich der Protestantismus im gesamten Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel endgültig durchsetzen.
          Von der kommunalen Neuordnung in Niedersachsen wurde Schöppenstedt insofern betroffen, als man 1974 die Gemeinden
Dahlum, Kneitlingen, Uehrde, Vahlberg und Winnigstedt mit ihren Ortsteilen und die Stadt Schöppenstedt zur Samtgemeinde Schöppenstedt zusammenfaßte. Die Samtgemeinde Schöppenstedt wird gegenwärtig noch durch Landwirtschaft geprägt. Industrieunternehmungen (Chemische Fabrik, Anlagen- und Gerätebau, Werkzeugbau, Aluminium- und Eisengießerei, Kunststoffartikelfertigung usw.) finden sich ausschließlich in der Stadt Schöppenstedt. Die wirtschaftliche Ausrichtung der Samtgemeinde auf das Stadtzentrum erschwerte die Wirtschaftslage deutlich; im Zuge konjunktureller Einbrüche lag die Arbeitslosenquote hoch. Die Förderung des Fremdenverkehrs im Bereich des Naturparks Elm-Lappwald konnte hier kaum einen Ausgleich schaffen :-( , jedoch wird daran gearbeitet ;-)..

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