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LANGELEBEN-

Lucklum: Allee

Lucklum Kommende

Jan Daniel von Priort

Alte Allee zur Kommende

 

Landkomtur Jan Daniel von Priort

                                                                        

 

 

 

 

 

 

 

LUCKLUM wurde erstmals 1051 erwähnt; die erste Nennung der Lucklumer Kirche geht sogar auf das Jahr 827 zurück. Bedeutung erlangte das Bauemdorf, das an einer strategisch günstigen Stelle lag, nach 1260 als der Deutsche Ritterorden hier den ersten Hof erwarb. Nach und nach gehörte dem Orden ganz Lucklum, die ansässigen Bauern wurden in Nachbarorte umgesetzt.
          Der Deutschritterorden wurde im 3. Kreuzzug (Akkon, 1190) als eine Spitalstiftung gegründet, 1198 jedoch zur Krankenpflege und zum Kampf gegen Ungläubige bestimmt. Er bestand aus Rittern, Priestern und dienenden Brüdern, äußerlich durch einen weißen Mantel mit schwarzem Kreuz erkennbar. Seine größte Leistung ist die Missionierung Preußens. In der Zeit von 1198 bis 1806 waren Akkon, Venedig, Marienburg, Königsberg und Mergentheim Sitze der Ordensleitung. In Wien hält er sich bis heute. Einer der zwölf Unterbezirke war von 1287 bis 1809 die Bailei Ober- und Niedersachsen, die das Gebiet zwischen Weser und Oder einerseits sowie Elbe, Nordsee und Ostsee andererseits umfasste. Er wurde von einem Landkomtur, der in der Kommende Lucklum seinen Sitz hatte, verwaltet. Die Lucklumer Kirche wurde in eine Ordenskapelle umgewandelt und der Haupteingang in den Innenhof verlegt, so dass der obere Hof eine geschlossene befestigte Anlage bildete.
          Die Kommende Lucklum ist ihrerseits aus der Kommende Elmsburg (Kreis Helmstedt) hervorgegangen. Im Jahr 1547 schloss sie sich der Reformation an. Während des 30jährigen Krieges wurde das Gut zerstört, später jedoch von Landkomtur Jan Daniel von Priort wieder aufgerbaut. Sein Grabmal befindet sich in der Lucklumer Kirche. Dort ist auch eine Nachbildung der ältesten Ordensfahne zu sehen. Die weiße Fahne aus dem Jahr1684 trägt das schwarze Ordenskreuz (das restaurierte Original wird geschützt aufbewahrt).
          Die für die Lucklumer Kirche charakteristische  Emblematik (Versinnbildlichung) verleiht ihr besondere Bedeutung. Die meisten Embleme zeigen sich in grau-schwarzer Malerei. Darunter verbergen sich möglicherweise bunte Wappen. An einigen Stellen ist Farbe zu sehen, die man versuchte freizulegen. Die Embleme sollen nun nach und nach renoviert warden. Das an der Westempore des Gotteshauses  Bild im ersten Feld zeigt die Wolfenbütteler Marienkirche noch ohne Dachhaube. Da die Marienkirche 1750 ihr Dach aufgesetzt bekam, muss die emblematische Malerei vorher abgeschlossen worden sein. Die beiden zugehörigen lateinischen Inschriften über der Kirche besagen, dass diese „die Welt mit offener Pforte ruft, aber alles nur Weltliche aus ihr verbannt".
          Die Komture in Lucklum hielten enge Verbindung zum braunschweigischen Fürstenhaus in Wolfenbüttel und Braunschweig; das bezeugen die Gemälde der Braunschweiger Herzöge und ihrer Gemahlinnen von Anton Ulrich bis Karl Wilhelm Ferdinand im Prachtstück der ehemaligen Kommende, dem Rittersaal. Weitere Portraits zeigen Hoch und Deutschmeister neben Fürstenpaaren und Landkomturen. Eine prächtige Stuckdecke sowie zwei Kronleuchter zieren den Raum. Auf den Rittersaal folgt ein Billardzimmer mit einer farbenprächtigen Tapete, zur anderen Seite zwei Salons, die “Herzogszimmer”, in denen die Braunschweiger Herzöge immer eine Zuflucht hatten.Vermutlich ist der Rittersaal nicht der erste Saal dieser Art sondern wurde nach dem 30jährigen Krieg auf den Grundmauern eines Vorgängers wieder aufgebaut. Wegen der Ausmalung mit arsenhaltiger Farbe wird der Zugang beschränkt (und sind die Gemälde ungewöhnlich gut erhalten).
         1809 wird die Kommende aufgelöst und ist als weltlicher Besitz nacheinander an die Familien Wahnschaffe, Frerichs und von Henninges übergegangen. Das ursprünglich zur Kommende gehörende Reitlingsvorwerk wurde veräußert. Seit 1831 ist das stattliche Anwesen ein “Rittergut”. Solche Großhöfe waren durch den aufkommenden Maschinenpark  großen Wandlungen unterworfen. “Früher arbeiteten hier mehr als 200 Leute”, berichtet  Johann-Heinrich von Henninges, dessen Familie das Gut seit 1949 bewirtschaftet. „Heute sind es noch zwei". Von Henninges ist Bürgermeister in Erkerode, zu dem Lucklum seit 1974 als Ortsteil gehört.  
          Kulturell tut sich viel in Lucklum. Dazu gehört der Gutspark, der kürzlich Teil des „Förderprogramms zur Erhaltung historischer Gärten und Parks" geworden ist. Die Landesdenkmalpflege kümmert sich um Lucklum genauso wie etwa um den Prinz-Albrecht-Park in Braunschweig. Zunächst wird der große Teich entschlammt, später greifen Bepflanzungspläne und gelegentlich soll es Führungen geben. Sonst aber bleibt der Park wohl den Bewohnern vorbehalten.
          In der Kommende selbst steht nicht nur die Kirche zur Besichtigung offen. Im Rittersaal finden, nach Absprache mit dem Gutsherrn, Hochzeiten, Konzerte und private Feiern statt. Eine kleine Töpferei an der Hauptstraße hat mittlerweile eine lange Tradition. Es gibt einen Goldschmied und schließlich im ehemaligen Hospiz der Kommende, das einst Schule und Altenheim war, seit über 25 Jahren die Antiquitätenwerkstatt von Lothar Weber.
          Und dann ist da noch die „Wegwarte", die Lucklum von anderen Orten abhebt. In diesem Wirtshaus, das ebenfalls auf dem Gelände der ehemaligen Kommende angesiedelt ist, laufen Ausstellungen und Live-Konzerte mit überregionaler Bedeutung. Die Küche ist toll, das Ambiente im ehemaligen Stallgebäude rustikal. Wirt Lucius Goedeke war schließlich letzter Betreiber des legendären „Schlucklum". Wohl auch darum gibt es seit kurzem wieder Tanzabende in der „Wegwarte".
          Man kam und kommt um Lucklum nicht herum!

MARIENBORN, früher ein weltweit bekanntes Symbol der Teilung Europas, wandelt sich vom Bollwerk zu einem Ort des Gedenkens, des politischen Lemens, der Begegnung Teile der seinerzeit größten Übergangsstelle zwischen beiden deutschen Staaten werden  derzeit originalgetreu wieder aufgebaut: In Kürze soll die Sanierung abgeschlossen und der Urzustand von 1989 wiederhergestellt sein.
         Im Sommer 1945 richteten die alliierten Siegermächte den Grenzkontrollpunkt  Marienbom-Helmstedt ein. Die DDR baute ihn Anfang der 70er Jahre für rund 70 Millionen Ost-Mark zu einer Festung an der Transitstrecke zwischen der Bundesrepublik und dem Westteil Berlins aus. Zuletzt versahen auf dem 35 Hektar großen Gelände 1000 DDR-Grenzbeamte, Zöllner, Stasimitarbeiter und Zivilangestellte ihren Dienst, sie fertigten von 1984 bis 1989 rund 10,5 Millionen Personenwagen und Motorräder, 4,9 Millionen Lastwagen und 140 000 Busse ab - zusammen 34,6 Millionen Reisende.Die meisten Ostdeutschen bekamen den Übergang erst nach Maueröfmung zu sehen, vorher war es ihnen nicht gestattet, im Sperrgebiet so nah an die „Westgrenze" heranzukommen, geschweige denn sie zu überschreiten.
           Kernstück der Gedenkstätte ist das Stabsgebäude, in dem früher die Kommandeure der DDR-Grenztruppen und die zur Stasi gehörende „Passkontrolleinheit" saßen. Heute befindet sich hier ein Dokumentationszentrum. In der Dauerausstellung geht es um Ursachen für die deutsche Teilung, um die Ausbildung   der   DDR-Grenzsoldaten, Fluchtversuche, den systematischen Ausbau und schließlich Abbau von Mauer und Stacheldraht.
Alle Abfertigungsgebäude wurden größer als nötig gebaut, um die Reisenden einzuschüchtern, die Stasi nannte das operative Psychologie. Als Blickfang gilt ein graues, überdachtes Terminal mit Kontrollhäuschen, in denen Stasi-Mitarbeiter penibel jeden Pass bei Reisenden fotografierten und registrierten. Erneuert wurde auch ein 60 Meter langes Transportband aus Gummi, auf dem die Pässe zur eigentlichen Kontrolle transportiert wurden. Erhalten ist auch eine Kontrollbox, in der der DDR-Zoll westdeutsche Fahrzeuge bei der Ausreise nach verbotenen Waren oder versteckten DDR-Flüchtlingen durchsuchte, selbst Särge wurden geöffnet. Vom „Führungsturm" aus hatten die Verantwortlichen des Bollwerks einen Überblick über das Areal; bei Alarm lösten sie „Firn" aus, einen Betonrammbock, der etwa bei Fluchtversuchen auf die Fahrbahn Richtung Westen schnellte, um diese zu blockieren.
         Das Land Sachsen-Anhalt ist Träger der Gedenkstätte . So ist dafür gesorgt, dass mehr als 13 Jahre nach der Maueröffnung das DDR-Grenzregime an der Autobahn 2 allgegenwärtig ist, während anderswo in Deutschland kaum noch Zeugnisse der jahrzehntelangen Trennung zu sehen sind.
nach einem Atikel in der BZ vom 15.04.03

         “Marienborn" existierte als Sichtvermerk in Millionen Reisepässen. Doch den kleinen, verwunschenen Ort gleichen Namens selbst hat kaum jemand zu Gesicht bekommen. 447 Einwohner zählt er, gehört zum Bördekreis in Sachsen-Anhalt und bildet gemeinsam mit den Nachbarorten Harbke, Völpke und Sommersdorf die Verwaltungsgemeinschaft Ost-Lappwald.
         Wer weiß schon, dass Marienborn im Ost-Lappwald, direkt vor den Toren Helmstedts, einer der ältesten Wallfahrtsorte Deutschlands ist? Im Schatten der großen Weltpolitik schlummerte die Marienlegende im Sperrgebiet des real existierenden Sozialismus. Doch zieht sie Pilger aus ganz Deutschland und darüber hinaus an, denn hier erschien um das Jahr 1000 ( zu einer Zeit, zu der schon wichtige Handelswege wie der “Bierweg" durch das berüchtigte “Mordthal" führten) einem  frommen Hirten die Jungfrau Maria. Dort, wo eine Marienstatue vom Himmel gefallen sein soll und nach der Überlieferung ein Hospital und Armasyl gegründet wurden, entsprang am Ende des 12. Jahrhundes ein Quell (“Marienborn”) mit heilender Wirkung.
         Zu den den Schätzen des Ortes gehört die uralte Klosterkirche (um 1200) mit Kreuzgang (erbaut im 15. Jahrhundert) und geschnitzten und vergoldeten Flügelaltaren, das Pfarrhaus, die an einen römischen Tempel erinnernde Orangerie und die Brunnenkapelle, vom braunschweigischen Hofbaumeister Peter Joseph Krahe (1758 -1840) auf  alten Fundamenten errichtet. Historische Verbindungslinien weisen auch auf das Kloster Marienberg bei Helmstedt. Im schroffem Kontrast befinden sich die Ruinen und geborstenen Dächer des weitläufigen ehemaligen Kloster- und Rittergutes, in 40 Jahren heruntergekommen als Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG).
         Kein Zweifel, hier im Kraftfeld zwischen Braunschweig und Magdeburg liegt ein wahres Kleinod im Dornröschenschlaf. Im weltabgeschiedenen Umfeld, wo Hügelgräber, Opfersteine und geheimnisvolle Kultstätten vorchristlicher Zeit wie der “Teufelsgrund' und die “Räuberhauptmanns-Höhle" zu entdecken sind, locken Wanderwege durch ausgedehnte Buchenwälder.
Gekürzt nach Henning Noske, Ortsportrait Marienborn, BZ

Mönchevahlberg / Asse

 

 

 

 

 

MÖNCHEVAHLBERG Die Mönche des Benediktinerklosters St. Aegidien zu Braunschweig besaßen einst in Mönchevahlberg einen Ackerhof. Wahrscheinlich verdankt Mönchevahlberg diesem Hof seinen Namen. Er wurde nach der Reformation der Bewirtschaftung der Universität in Helmstedt verliehen und als Meierhof an die Fricken gegeben. Die Erträge dieses Klosterhofes gingen seit 1576 zum großen Teil an die Universität. Noch heute steht auf dem ehemaligen Meierhof (jetzt der Hedecke Hof) eine Befestigungsanlage, der alte dreistöckige Bergfried mit seinen hohen Giebeln. Er weist die Spuren eines unterirdischen Ganges auf, der bis in die Asse geführt haben soll; hier haben Gerüchte über “Spöken” und “graue Mönnekens” ihre Wurzel, die in Mönchevahlberg seit Ewigkeiten kursieren. Als 1910 der Pferdestall zur Linken gebaut wurde, stieß man beim Abriss des alten Gebäudes auf eine Grube voller menschlicher Gebeine: Männer Frauen und Kinder, die fast alle enthauptet waren. Sicherheitshalber verschloss man den Fluchttunnel zur Asse, da ihm giftige Gase zu entweichen schienen (eine Erklärung für die Sagen und Todesfälle an diesem Ort?). Schließlich befindet sich hier noch ein Gebäude mit Inschriften von 1463 und 1760. Eine weitere Kostbarkeit des Hofes ist die Barockeinfahrt. Sie stammt als einer der wenigen Reste aus der Schlossanlage Salzdahlum.
          Die ersten Siedler von Mönchevahlberg waren Jäger und Bauern, die sich hier im sumpfigen Gebiet versteckten. Darauf weisen die Flurbezeichnungen Specken/-specke hin. Ein „Specken“ war ein Damm aus Buschwerk und Erde, der einen trockenen Zugang zu den Behausungen gewährte.  Im Jahre 1134 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt: Valeberge. 1528 schrieb man Moneke Vahlberge, also mit dem Zusatz Mönche. Im Gegensatz zu Osteren Valenberge (Klein Vahlberg) wurde Mönchevahlberg zunächst Western Valeberge genannt. Das Kirchdorf Mönchevahlberg war Tochter von Dettum und besaß um 1800 neben der Kirche eine Schule, die das Konsistorium besetzte. Die Kirche ist recht alt. Das Schiff ist mittelalterlich mit Dreiachtelabschluss. Der Turm stammt aus dem Jahre 1740. Über dem Eingang steht die Jahreszahl „Anno 1755". Im Inneren der Kirche finden wir ein gotisches Sakramentshäuschen. Um 1905 wurde der Bau erweitert
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Ohrum; WittmarWappen OhrumOHRUM Was macht man eigentlich, wenn ein Dorf von heute auf morgen älter wird? Ohrum, eine Gemeinde im mehr als 100 Orte zählenden Landkreis Wolfenbüttel, ist kürzlich tatsächlich um 600 Jahre gealtert. Grund: Zufallsfunde, die jetzt die Ortsgeschichte verlängert haben, waren zunächst ein paar Tonscherben unter einem Ackerpflug. Sie ließen Archäologen neugierig werden, die im Jahre 2000 zwei Öfen zur Bronzeverarbeitung aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus fanden Schon bevor sich dieser gewaltige Sprung in der Historie auftat, waren die Ohrumer stolz auf ihren Ort. Er ist mit 1252 Jahren der älteste Niedersachsens. Das ist verbrieft in einer Urkunde, die aus dem Jahr 747 stammt. Aus eben diesem Jahr ist eine Geschichte überliefert, die in manchen Soaps Platz hätte: Es geht um Familienstreit, Machtkampf und Bruder-Hass:
          Eigentlicher Anlass war das mangelnde sittliche und geistige Vermögen der fränkischen Herrscher. Ihre Nachlässigkeit überließ den Hofbeamten immer mehr Macht. Und Ohrum: Kircheso geschah es, dass Majordomus Karl Martell im Jahre 741 seinen Söhnen Karlman und Pipin die Herrschaft übergab. Hätte er dabei nicht seinen Sohn Gripho, dessen Herkunft als Versehen einer Nebenehe berichtet wird, nur mit einem kleinen Stück Macht bedacht, sähe es heute anders aus mit Ohrums erster Erwähnung 747. Gripho konnte mit der Schmach nicht leben, floh nach Sachsen, sammelte ein Heer um sich und setzte sich oberhalb des Flusses „Ovacra (Oker) im Ort, der Orheim genannt wird", fest. So heißt es in den Annales Regni Francorum. Pipin drang mit dem Heer der Franken durch Thüringen gegen seinen Bruder vor, fiel in Sachsen ein und schlug sein Lager im Ort Scalningi auf, dem heutigen Schöningen. Mit dieser Geschichte also waren die Ohrumer schon lange auf Platz eins in der Hitliste der ältesten Orte Niedersachsens.
          Die Bewohner des Dorfes in der Samtgemeinde Oderwald gehen mit der vermeintlichen Last der Geschichte gelassen um. Schließlich sind die verfeindeten Brüder Pipin und Gripho nicht das Einzige, was sie zu bieten haben. Da war zum Beispiel Karl der Große. Er, ein Sohn des Pipin, war bestrebt, sich das Reich der Sachsen untertan zu machen. Damit allein war es für den abendländischen Christ nicht getan. Er wollte, dass sich die Heiden zum Christengott bekennen. So kam es, und auch davon zeugen die Annales, im Jahr 780 bei Ohrum zur Sachsentaufe.
           Die   Tatsache, dass der heutige 730-Seelen-Ort überhaupt diesen Platz in der Geschichte hat, kommt nicht von ungefähr. Eigentlicher Grund ist die Okerfurt, die sich im Bereich des heutigen Ortes befunden hat und ein Teil der äußerst wichtigen Handels- und Heerstraße "Deitweg" (auch als Hellweg bekannt) war, der Braunschweig, Magdeburg und Berlin miteinander verband. Hier überquerte die alte Völkerstraße vom Rhein zur Elbe die Oker und hier fanden die bedeutsamen Entscheidungsschlachten (zwischen Sachsen und Thüringen) statt. In das urkundlich dokumentiete Licht trat Ohrum 1022, zur Zeit als Bernward, Bischof von Hildesheim, Ortsherr war. Bis zur Hildesheimer Stiftsfehde im 16. Jahrhundert gehörte der Ort zu Hildesheim, dann vorübergehend zum Herzogtum Braunschweig. All diese historischen Bezüge werden durch das Ohrumer Wappen versinnbildlicht: mit seinem geraden Längs- und gewellten Querbalken zeigt es die Kreuzung eines Landweges mit einem Wasserweg - zugleich steht das Kreuz für den ersten urkundlich genannten Ortsherren und die schon 1022 erwähnte Ortskirche. Das Blatt bezeugt einerseits den Überlebenswillen der Gemeinde, andererseits die Zugehörigkeit zur Gemeinde Oderwald. Die Farben, rot und gelb, entsprechen sowohl den Hildesheimer Stiftsfarben als auch dem Braunschweigischen Stammwappen.
         Und auch wenn Ohrum durch Zufallsfunde immer älter wurde, stand im Jahr 2000 die bekannte Geschichte im Vordergrund: Nach einem 1998 aufgestellten Gedenkstein für die im Dorf lebenden Flüchtlinge aus der Grafschaft Glatz in Schlesien wurdel der Sachsentaufe gedacht, die man an historischer Stätte, dem „Vaddemloch", mit einem Stein dokumentierte.

ÖLBER awW Wer auf dem schmalen Serpentinen-Sträßchen mit dem Auto in die Wälder der Lichtenberge hineintaucht, drosselt unwillkürlich das Tempo, weil die Augen schweifen möchten. Die Landschaft, noch eben vom industriellen Salzgitter geprägt, wandelt sich zum Idyll. Alleebäume und dichter Wald, Wiesen und Hügellinien in sonniger Ferne - es ist still und immer noch so beschaulich wie in den fünfziger Jahren, als die Städter hier gern “in die Schlüsselblumen" fuhren. Nach etwa fünf Kilometern ist Oelber erreicht.
         Ölber wird erstmals 1226 im Lehnregister der Herren von Meinersen genannt, aber der Ort ist viel älter. Die zweite Silbe mag sich von ´-bur´ (westfälisch: ´büren´) ableiten, was ´Siedlung´ bedeutet. Die erste Silbe könnte ´alabure´/alah´/Heiligtum bedeuten. Ölber wäre dann Sitz eines heidnischen Heiligtums gewesen und im 5. nis 8. Jahrhundert entstanden
         Der Zusatz „am weißen Wege" ist nicht alt. Er weist auf die Nähe des Kalkweges nach Groß-Elbe hin und diente einst zur Unterscheidung von Ölper; denn beide Dörfer gehörten zu damaligen Herzogtum Braunschweig. Das Schloss entstand aus einer mittelalterlichen Rundburg und wurde 1588 im Renaissancestil umgebaut:
“Im Jahr nach Christi Jesu Geburt 1588 hat Burchard von Cram, Stadthalter zu Marpurg, dis sein urväterlig Hauß erneuert und wider zugerichtet...”. Zugabe des 19. Jahrhunderts sind der aufragende Treppenturm und der Anbau. Vor der Oberburg befindet sich die einflügelige Unterburg, ein langer Renaissancebau
         Schloss Oelber ist also ganz untrennbar mit dem Adelsgeschlecht der weit verzweigten Familie von Cramm verbunden, die bereits im Jahr 1296 urkundlich erwähnt wurde und bis heute hier ansässig ist. Die von Cramms dienten den Welfenherzögen als Generäle, als Kammerherren und Minister, es gab Aschwin von Cramm, einen Weggefährten Martin Luthers, und in besonderem Maße machte Gottfried von Cramm (1909_1976), der „Tennisbaron", diesen Namen zur Weltberühmtheit. Er, der “Boris Becker der 30er Jahre" und dreimalige Wimbledon_Finalist, verlebte in Oelber seine Jugend, er liebte dieses Schloss und in Oelber wurde er nach seinem tödlichen Autounfall in Ägypten auch begraben. Heute ist Egbert von Cramm der Hausherr. Der Finanzmanager und seine Frau Helena (eine geborene von Metternich) haben das verwinkelte Schloss, das der Sage nach schon 814 eine Wasserburg gewesen ist, aufwendig restauriert.
         Schloss Oelber, das durch zahlreiche Fehden und Kriege (so auch nach der Besetzung durch Tilly 1662) immer wieder schwer beschädigt worden ist, präsentiert sich als Juwel am Nordrand des 1500-Einwohner-Dorfes. Die Architektur dieses wahrscheinlich 1200 Jahre alten Herrensitzes ist uneinheitlich. Die Rundanlage - einst von Wassergräben umgeben - wird  durch den Turm überragt. Der kleine Innenhof ist von unterschiedlich hohen Gebäuden - teils aus Fachwerk - umgeben. Im Süden liegt die Tor-Durchfahrt mit Tonnengewölbe und Renaissancegebälk.. Kein Wunder, dass Regisseur Kurt Hoff mann von diesem verwunschen wirkenden Ort hingerissen war und hier  1960 den Film „Das Spukschloss im e Spessart" mit Lieselotte Pulver drehte.
       Nach jahrelangem Dämmerschlaf schob Helena von Cramm sie dieses Kleinod ein wenig ins Rampenlicht. In den renovierten Gutsgebäuden finden Ausstellungen wie die Kunst-und Antiquitätenmesse statt, es gibt Konzerte, Auktionen, Feste, Meetings von Konzernen und den mittlerweile traditionellen Weihnachtsmarkt, der inzwischen mit vielen tausend Besuchern fast die Möglichkeiten sprengt. Diese Aktivitäten sind für die Hausherren nicht nur eine persönliche Herausforderung, sondern gleichzeitig eine Überlebens-chance für den traditionsreichen Besitz und eine Aufwertung für den Ort. Doch wenn sich nach sol chen „Events" der Trubel gelegt hat, dann ist dieses Fleckchen am Südrand der Lichtenberge auch gleich wieder ein Tal der Stille.
 

Karte: Elm RiesebergWappen RiesebergRIESEBERGNach dem Urkundenbuch der Herzöge von Braunschweig steht unter 1344 die Bezeichnung Risberghe, 1353 Ryseberge und 1359 de Riseberch. Im Erbregister des Amtes Königslutter ist unter dem Jahr 1530 der Name Rißenberg vermerkt. Bei all diesen Schreibweisen liegt scheinbar die Deutung auf der Hand: riesiger Berg. Die Rieseberger haben ihre Geschichte in allen Einzelheiten dokumentiert und natürlich wird in den Unterlagen die häufig gestellte Frage, was denn an Rieseberg so riesig sei, ausführlich beantwortet. Tatsächlich ist da der 158 hohe Rieseberg, der einem freilich beim besten Willen nicht sehr mächtig vorkommen will. Früher glaubte man, der Dorfname habe etwas mit dem Begriff  Reisig zu tun. Inzwischen sind sich die Experten einig, dass Rieseberg sich vom althochdeutschen ris und mittelhochdeutschen rise ableitet, was so viel wie Abhang hieß. Man sehe auch die englische Bezeichnung to rise für sich erheben.
          Ewig mit der Geschichte des Ortes wird ein furchtbares Verbrechen auf Rieseberger Boden verbunden sein. Auf dem etwas außerhalb gelegenen „Pappelhof", ursprünglich eine Ziegelei, wurden am 4. Juli 1933 elf Braunschweiger Arbeiter, Gewerkschafter und Kommunisten von SA-und SS-Hilfspolizisten gefoltert und umgebracht. Die Morde wurden vertuscht. Der Ort der Untat ist heute eine Gedenkstätte.
          Der Rieseberg entstand vor ca. 65 Millionen Jahren im Zusammenhang mit der Bildung des Salzstocks von Beienrode, wie auf dem Erlebnispfad Rieseberg zu erfahren ist. Thema ist die Geologie des Rieseberges, seine Umgebung, sein Wald, die Flora und Fauna des hier vorhandenen Sandmagerrasens. Ausgangspunkt des Erlebnispfades ist der Wanderparkplatz am Sportplatz Rieseberg, eingerichtet wurde er  vom Verein Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen (Femo).
          Die Kirche (von 1585) hat das Zeug, jede Trauung zu einer glücklichen Erfahrung werden zu lassen. Eine Freude ist es, den Pflegezustand der Häuser von Rieseberg zu sehen, dessen Kern die Form eines langgestreckten Hufeisens hat: ablesbare Wohnzufriedenheit. Doris Brand, die kürzlich den Dorfkrug in Rieseberg übernommen hat hofft, dass  Gäste aus der Region vorbeischauen. Andere Dörfer dieser Größe haben schon längst keine Gastwirtschaft mehr -  die Rieseberger wissen, was sie daran haben.
Nach: Von Harald Duin Braunschweiger Zeitung, 28.08.2002Salzdahlum: hier lag das Schloss

Salzdahlum: ehem. Schloss

 

 

 

 

 

 

Salzdahlumer Schloss- und Gartenanlage nach einer Flurkarte von 1762. Der heutige Straßenverlauf ist blau dargestellt V

 

BildSalzdahlum: SchlossanlageSALZDAHLUM bestand bereits 888 und lud zu allen Zeiten die Menschen zum Bleiben ein, die Gegend bot fruchtbare Böden und genügend leicht erreichbares Wasser. Der Hauptanziehungspunkt war zweifellos seine Salzquelle, über die bereits 888 berichtet wird; auf dem östlich gelegenen Salzberg bestand später eine Saline, deren Betrieb 1853 eingestellt wurde. Südlich der Straße von Salzdahlum nach Sickte liegt an der Wabe eine kleine Anhöhe, an der noch heute Salzwasser zutage tritt und die Vegetation bestimmt. Schon 1864 regte sich neues Leben am Salzberg: Salzdahlumer Bauern hatten den Nutzen des Zuckerrübenanbaus erkannt. Sie gründeten die Actien-Zuckerfabrik und bauten die Fabrikgebäude neben, zum Teil auch auf dem Salinengelände
Im nniedersächsischen Raum geht der Ursprung vieler Salzquellen auf das Zechsteinmeer zurück, das sich vor 200 Millionen Jahren vom Ozean trennte und ein seichtes Becken über ganz Norddeutschland bildete. Unter dem Einfluss eines wüstengleichen Klimas setzte Verdunstung ein, wobei nacheinander Kalk, Gips, Steinsalz und Kalisalze ausfielen. Ursprünglich lagen die Salzschichten damit waagerecht. Dies änderte sich vor 150 Millionen Jahren, als die Ablagerungen in der saxonische Faltung zu gewaltigen Stöcken aufgepresst wurden    Im Wolfenbüttler Gebiet ist die Siedesalzgewinnung bei Salzdahlum und Barnstorf für das Mttelalter nachweisbar, sie mag jedoch weit früher begonnen haben.
          Ursprünglich existierten Ober- und Niederdahlum, zwei nebeneinanderliegende Dörfer am Hain- und Wohlbleeke. Sie führten später, obgleich noch getrennt, den gemeinschaftlichen Namen Salzdahlum. Zu Oberdahlum gehörte im 18. Jh. ein Schriftsassenhof, zu Niederdahlum das fürstliche Schloss, dessen Garten und das Amtshaus. Die Kirche stand in der Mitte beider Dörfer.
          Herzog Anton Ulrich hatte den Traum von einem Schloss, das Versailles den Rang ablaufen sollte. 1672 erwarb er zunächst die Domäne Salzdahlum, die dazu dienen sollte, das spätere Schloss zu bewirtschaften (das Gebäude wurde 1801 abgetragen und bis 1850 wiedererrichtet).1677 wurde das Projekt Salzdahlum südwestlich des Dorfes, wo sich heute der Gutsgarten, Wiesen und Felder erstrecken, angegangen. Erst elf Jahre später kommt es zu den ersten Bauarbeiten einer aufwendigen  Drainageanlage  im feuchten Boden. Schon bald zeichnet sich ab, dass allein die Materialkosten von 100 000 Talern das Vermögen des Herzogs und seiner Gemahlin bei weitem übersteigen. So kommen Anton Ulrich und sein Landbaumeister Lauterbach schließlich zu der Überlegung, den Palast ganz aus Holz zu bauen. Säulen, Treppen, Fassaden und Fundamente aus Holz - in Salzdahlum entsteht die größte „Holzungeheuerlichkeit" der Welt. Wo heute die Felder und Erdbeerbeete der Domäne liegen, erhob sich ein prächtiges Barockschloß mit mehreren Innenhöfen, einer Bildergalerie und Orangerie, eingebettet in weitangelegte Gärten mit Springbrunnen, Pagoden, einem Mausoleum für den herzoglichen Hund und Irrgarten. 1713 besuchte Zar Peter der Große den Wolfenbüttler Herzogshof und damit Salzdahlum. Friedrich der Große heiratete 1733 hier Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern - eine Verbindung im Interesse der Kontakte zwischen Preußen und Österreich, die nicht von Dauer war. Leider war auch die leichte Bauweise des Schlosses nicht von langer Dauer: der feuchte Unteregrund ließ die Gebäude verfallen. Schon 1791 wurde das nahegelegene Kloster „Zur Ehre Gottes" nach Wolfenbüttel verlegt. Am 24.11.1810 wurden die letzten Kunstschätze des Schlosses versteigert. 1811 schenkte König Jerome von Westfalen der Stadt Braunschweig Schloss Salzdahlum, und erwartete dafür seine repräsentative Herrichtung. 1813 wurde es abgerissen. Heute ist von der Anlage nichts mehr vorhanden als die einstige Reitbahn. Zum Glück konnten die unter Denkmalschutz stehenden letzten baulichen Überreste, die Alte Wache , einst Torhaus zum Schloss, und die zum Lagerschuppen heruntergekommene Reitbahn vor einigen Jahren von Peter Schlagner-Hein erworben werden. Der Ingenieur hat das Torhaus vorbildlich restauriert, wobei sogar die vorhandenen Lehmwände recycelt wurden. In der Reitbahn bestehen noch herrliche Gewölbe und einzelne Räume Salzdahlum: Alte Wachemit 6,50 Meter Länge und 8,40 Breite. Hier wurden bereits 1988 die originalen Strukturen der Schlossbauweise rekonstruiert und es wurden gut erhaltene Stuckgewölbe freigelegt. Unzählige Reste des Schlosses (Kapitelle, Säulen, Möbel Bilder, Skulpturen) finden sich noch in Parks, Höfen, Wohnungen und Museen. Eine barockene Toreinfahrt befindet sich am Klosterhof in Mönchevahlberg, das “Kavalierhaus”  wurde auf dem Gutshof derer von Münchhausen in Groß Vahlberg Salzdahlum: Silhouettewieder aufgebaut.

 

 

 

 

Alte Wache

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Sambleben: Schloss-

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SAMBLEBENIm Jahr 1201 wird erstmals das adlige Geschlecht von Sampleben erwähnt: Bodo de Campenleue. In den Urkunden 1219 bis 1225 findet man die Schreibweise Tscampenlowe und Zcampenleve, 1224 Scampeleve, 1280 Zampeleve.. Die mundartliche Form bezieht sich noch heute auf die alten Schreibweisen: Tsamlewwe. Die Endung -leben bezeichnet die Hinterlassenschaft, das Erbe an Grund und Boden. Für das Alter solcher Ortsnamen spricht, dass sie, Gebirge und Sümpfe meidend, an den für Ackerbau am besten gelegenen Stellen gegründet sind. Nach dem Aussterben des Adelsgeschlechtes fielen seine umfangeichen herzoglichen Lehen heim, und die halberstädtischen wurden an das herzogliche Haus vergeben. Daraufhin konnte Herzog Heinrich Julius 1593 „Haus und Amt Sambleben" seiner Gemahlin verschreiben, die es bis 1626 besaß. 1627 belehnte Herzog Friedrich Ulrich mit dem Schloss, vier Höfen und sechs Hufen Franz Jakob von Cramm und übertrug ihm auch das herzogliche und das bischöfliche Lehen. Sehenswert sind das Barockschloss, das Hermann Korb geschaffen hat. Das Schloss wurde an der Stelle eines alten, 1587 erbauten Wasserschlosses errichtet. Der Bauherr war Thedel (Theodul) von Cramm. Eine barock eingefasste Kartusche zeigt die lateinische Inschrift, die in der Übersetzung lautet: „Für sich und seine Nachkommen hat diesen von seinem Großvater mit barem Gelde 1627 erworbenen Adelssitz, dessen Gebäude von Alter zerfallen waren und deshalb zum Grunde niedergelegt wurden, mit großen Kosten ganz neu im Jahre 1701 aufgebaut. Theodul von Cramm." Nur der Vorderflügel ist im Inneren ausgebaut. Der Gartenflügel, der wahrscheinlich eine Haupttreppe und einen Festsaal aufweisen sollte, ist nicht vollendet.
Sambleben_Kirche           Die Rokokokirche von Sambleben ist ein Saalbau mit Apsis, das Südportal weist die Jahreszahl 1770 mit den Wappen der von Cramms auf. Drei gratige Kreuzgewölbe ruhen auf Rundsäulen bzw. toskanischen Wandpfeilern (Meier und Dehio). Die gesamte Innenkirche ist rokokoartig gehalten. Typisch die wie Muscheln gerieften und gefransten Formen, die an kurvige Kanten angesetzt wurden. Auf den Emporen beider Seiten die Herrschaftslogen. Der Turm der Kirche stammt aus romanischer Zeit (romanische Doppel-schallöcher), stand also schon vor der Kirche von 1666, an ihn wurde nun der neue Bau angelehnt. Um die Jahrhundertwende befand sich in ihm noch ein Grabgewölbe.
           Die heutige Orgel der Kirche ist ein Kleinod, dessen Urfassung im Hauptbuch der Kirchengemeinde 1776 beschrieben wird. Gefertigt von Johann Daniel Boden, besteht sie aus vier Orgeltürmen und blieb bis nach dem zweiten Weltkrieg unverändert, wurde aber vor 30 Jahren “ihrer Windversorgung, Mechanik und ihres Pedalwerks beraubt”; die Windanlage wurde inzwischen weitgehend original wiederr hergestellt. Dieses ist das einzige Instrument der Braunschweigischen Landeskirche, das in der Substanz der Manualwerke fast vollständig erhalten blieb.
           Im Hauptbuch der Kirchengemeinde finden sich folgende Eintragungen:
„Die alte Kirche zu Sambleben ist von denen Herrn v. Gramm, als Herrn Hans Philipp v. Cramm, Fürstlich-Braunschweigisch-Lüneburger Ober- und Geheim, Kammerrath.. und Thedel v. Cramm Anno 1666 Gott zu Ehren..von Grund aus neu erbaut... und der Grund zu dem Bau der jetzigen neuen Kirche von dem Herrn Franz Jacob v. Cramm... Anno 1770 geleget." Der Bau wurde von seinem Nachfolger vollendet und am 2. Oktober 1774 eingeweiht. „Wie er denn von denen Herrn v. Cramm als Erb- und Gerichts-herrn zu Sambleben und Kneitlingen auf eigene Kosten in Bau und Besserung erhalten wird."
         Über den Vorläufer der jetzigen Kirche (Bau von 1666) erfahren wir sonst nichts. Eine an der Südseite der heutigen Kirche befindliche Sonnenuhr aus dem Jahre 1700, die der Neujustierung bedarf, könnte ein Hinweis auf den Vorgänger sein. Eine große Restauration wurde in den Jahren 1960-1965 durchgeführt.
         Die baugeschichtliche Nähe vom Gut und der Rokokokirche ist nicht zufällig. So wird  gelegentlich auf die Ähnlichkeit von Schloss- und Kirchenportal hingewiesen. Allerdings besteht ein großer zeitlicher Abstand. Ersteres ist ein Barockbau von 1701, die Kirche entstand etwa 70 Jahre später. Eine stilistische Nähe zu  Hermann Korb scheint unverkennbar. Die Architektur des Schiffes ist mit der von Schöppenstedt verwandt, jedoch wurde der eigentliche Baumeister nicht ausgemacht.

 

Schliestedt: SchlossSCHLIESTEDTDas Dorf Schliestedt wird 996 urkundlich als Silstide genannt, die späteren Urkunden gelten heute als Fälschungen. Um 1150 schrieb man Sclistede, um 1300 Slizstede (mundartlich: Slistidde).

In der Stiftungsurkunde des hildesheimischen Michaelisklosters vom Jahre 1022 ist ein Ort Comitatu Luidolfi im Darlingau Selzstide, benannt. Ohne Zweifel ist damit die Burg Schliestedt gemeint, welche auf einem Felsen oberhalb des jetzigen Dorfes und neugebaueten Rittergutes über dem Burgthale im Osten der Stadt Scheppenstedt liegt. Sie war noch 1402 vorhanden.

     Wanmehr die v. Dahlen aus dem Besitze von der Sclistedeburg gekommen sind, ist mir nicht bekannt geworden. Sie kam an die v. Wulfen. Unter welchem Titel, ist nicht zu erforschen geweesen; auch nicht, wie sie ihnen verloren ging. Der Herzog Heinrich der Jüngere gab sie seinem vielvermögenden Canzler, Dr. König, ob als Lehn oder Erbe, ist nicht angegeben.

      Ob die v. Schliestedt ihre Stammburg von dem Landesherren als Lehn empfingen, oder nicht, liegt im Dunkeln. Nach den älteren Lehnregistern war Jordan von Schliestedt von dem Herzoge Heinrich dem Aelteren nur mit einem wüsten Hofe in Ingelen belehnt. Dessen Sohn verpfändete 1562 das Dorf Schliestedt dem Statthalter Anton v. d. Streithorst und empfing es darauf als Lehn. Seine Nachkommen gerieten in Schulden. Von dem ausgestorbenen Geschlechte der v. Schliestedt, kommen einige als Schenkgeber und Zeugen aus dem 13ten Jahrh. vor. Ein Heinrich v. S. wohnte 1427 noch in Schöningen.

Nach: “Geschichten der Städte Seesen und Scheppenstedt” - Beitrag zu der Geschichte der Ausbildung Städtischer Verfassungen im Herzugthum Braunschweig; Karl Berge, Herzogl. Braunschweig. Lüneburg. pens. Kreisrichter. Wolfenbüttel 1846, Verlag der Hole´schen Buch-, Kunst- und  Musikalienhandlung

Reste der alten Burgmauer entdeckt? Auf der Flur im Schliestedter Lah hat vor Zeiten eine Burg gestanden. Als ersten Besitzer der alten Burg Slistedeburg  weist die Chronik für das Jahr 1147 Ludoif von Sliztide aus. 1654 schrieb Merian ”...es ist ein ziemlich altes Haus, im Quadrat gebaut und mit einem Wassergraben umgeben”. Noch 1754 wird ein Wohngebäude “der Burg Frieden” beschrieben. Reste wurden bei Grabungen 1902 und 1930 freigelegt. Im Jahre 1999 wurde bei Bauarbeitenauf dem Kreisaltenheim- Gelände in Schliestedt, links der Brücke zum Portal, ein Mauerrest aus behauenem Naturstein freigelegt, der von der alten Burgmauer stammen könnte. Diese These wird durch zwei weitere Entdeckungen gestützt, die bereits während der Sanierungsarbeiten des Schlosses gemacht wurden: Zum einen wurde vor vier Jahren beim Umbau des Langhauses ein Tunnel gefunden, der im Zusammenhang mit der alten Burganlage stehen könnte, zum anderen stieß man beim Verlegen der Versorgungsleitungen  vor  dem Schloß auf massive Abdichtungen nach unten, wie sie typisch für Burggräben sind. Damit könnte der jetzt entdeckte Mauerrest aus dem 12. Jahrhundert stammen.1760 entstand auf der Stelle der alten Burg ein Rokokoschloss, vermutlich ein Werk von Martin Peltiers (1744-1769). Heinrich Bernhard Schrader von Schliesedt hat sich hier einen Landsitz geschaffen.   Wanderwege rund um Schliestedt

Wappen SchöningenKarte Schöppenstedt - SchöningenKarte Schöppenstedt - SchöningenSCHÖNINGENFür die Stadt Schöningen, die wegen ihrer Salzvorkommen besondere Bedeutung erlangte, ist eine durchgehende Besiedlung etwa seit Christi Geburt nachweisbar. Sie war in karolingischer Zeit Königshof, wird 748 erstmals urkundlich erwähnt und ist damit der älteste Ort im ehemaligen Herzogtum Braunschweig. Sowohl Pippin der Kurze als auch Karl der Große haben Schöningen auf ihren Kriegszügen berührt und in den Jahren 994 und 995 hat auch Kaiser Otto III, dessen Kanzler Erzbischof Willigis von Mainz in Schöningen geboren sein soll, mehrmals dort Hollager gehalten. Stolze Adelsgeschlechter hatten am Elmrand ihren Sitz und im 13. Jahrhundert wurde dem Deutsch-Ritter-Orden die Elmsburg übertragen. Die vornehmsten von ihnen, die Edelherren von Warberg, waren reichsunmittelbar und nur dem König Untertan. Als das Geschlecht in Fehden verarmte, trug es seine Besitztümer den Welfen zu Lehen auf, die bereits nach 1347 in Schöningen eine gewaltige Befestigung zum Schutz ihrer östlichen Landesgrenze angelegt hatten. Die Welfenherzöge kamen oft von ihrer Residenz in Wolfenbüttel zur Jagd nach Schöningen. Einmal, so ist überliefert, zogen sie mit 3000 Treiben in den Elm. Zur Schlossgeschichte nur soviel: Welfenherzog Magnus baute hier um 1350 eine Burg, die Schaden nahm, als der Schmalkaldische Bund gegen Herzog Heinrich d.J. in einen Reliogionskrieg zog. Später zum Wohngebäude umgestaltet, diente das jetzt “Schloss” genannte Anwesen von 1568 bis 1659 drei Braunschweiger Herzoginnen als Witwensitz. Es gehörte zu den prunkvollsten Gebäuden, die einst den Elm umgaben, verlor aber nach wechselhafter Nutzung als Scheune, Stallung und Wohnhaus seinen Charakter. Nach umfassender Restaurierung steht es seit einigen Jahren als eleganter Rahmen für vielfältige Veranstaltungenzur Verfügung.

Schöningen St. Lorenz- Sehenswürdigkeiten Klosteranlagen St. Lorenz. Schon von weither grüßen die Türme vonSt. Lorenz. Sie liegen ungewohnterweise im Osten der Kirche. Begründer des Klosters war der Bischof Reinhard von Halberstadt.  1120 erhielt Thietmar den Auftrag, das seit 983 in Schöningen (Ostendorf) bestehende Benediktiner - Nonnenkloster in ein Augustiner - Mannskloster umzuwandeln. Die Räumlichkeiten des alten Nonnenklosters waren für die Mönche nicht ausreichend und auch ungeeignet. So wurde der Auftrag erteilt, im oberen Teil Schöningens ein geeignetes neues Kloster zu errichten, das dem Heiligen Lorenz geweiht war. Der als flachgedeckte begonnene Bau wurde schon Ende des 12. Jahrhunderts im Chor mit einem Kreuzgewölbe versehen, wobei sich das große Vorbild der kaiserlichen Stiftskirche in Königslutter bemerkbar machte. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde der Hauptbau völlig zerstört, in der zweiten des 15. Jahrhunderts entstand als bescheidene Notlösung eine behelfsmäßige Ergänzung im gotischen Stil. Zu dieser Zeit haben die beiden romanischen Osttürme ihre gotischen Spitzen erhalten, wobei jedoch der südliche - der „Lange" genannt - wesentlich höher war, wie es der Merianstich bestätigt. Hier schlug 1690 ein kalter Blitz ein und spaltete den Turm bis auf 13m. Über ein Menschenalter verging, bis der Schaden behoben wurde.
          Von dem auf der Nordseite gelegenen Kreuzgang ist nur ein bescheidener Rest erhalten geblieben. In einem an das nördliche Querschiff anschließenden Gang sieht man noch rot-schwarz gemalte Ranken, einen romanischen Bogen, der auf die westlich anschließende Fortsetzung hinweist, und zwei gotische Portale, die in das Östliche Wirtschaftsgebäude führen Die soziale Not im Mittelalter führten zu großen Verlusten, so dass weder die notwendigen Mittel zur Instandsetzung und Erhaltung der Kirche und des Klosters, noch genügend Geistliche vorhanden waren. Als am 16. Oktober 1542 Braunschweigs großer Reformator Bugenhagen in Schöningen weilte, um das Kloster in die Verwaltung der neuen Lehre zu übernehmen, waren außer dem Propst nur noch ein Mönch und einige Laienbrüder zugegen; alle übrigen waren nach Hamersleben geflüchtet. Der alte Propst lieferte Briefe und Siegel aus, während das Kloster mit seinen Gütern in staatliche Verwaltung kam. Die offizielle Säkularisation erfolgte 1648 unter Aufsicht der Klosterstube.
          Seit vielen Jahren sind auf dem Areal Mitarbeiter vom Institut für Denkmalpflege in Hannover mit Kratzer und Pinsel auf Spurensuche. Die Archäologen wollen den historischen Grund erforschen und vor allem die Reste des Nord- und Westkreuzganges aufspüren. Wenige Spatenstiche reichten aus, um die Fachwelt aufhorchen zu lassen: Eine 2,4 Meter breite Kaiksteinmauer zieht sich an dem heutigen Langschiff der Kirche entlang. Diese Mauer stammt eindeutig aus vorromanischer Zeit. Für ein Bauwerk dieser Dimension kommt eigentlich nur ein Wehrturm als Vorgänger der romanischen Kirche in Schöningen: HeimatmuseumFrage. Und somit weckt die Mauer in Deutschland bauhistorisches Interesse, Seit Jahrzehnten wird in Schöningen die karolingische Pfalz vermutet, der Vorposten gegen die Slawen im Osten im 8. Jahrhundert. Der Mauerfund von St.Lorenz gab den Spekulationen neue Nahrung, dass die sogenannte „curia" jetzt gefunden sei.
          Erkenntnisse erhoffen sich vor allem die Einwohner Schöningens über eine andere Theorie. Die St. Lorenz-Kirche ist von der Apsis bis zur Vierung im romanischen Stil erhalten. Daran schließt sich ein einschiffiges Langhaus als Ersatzbau in spätgotischer Form an. Theorie bleibt, ob das einstige Hauptschiff einer Brandkatastrophe zum Opfer gefallen ist oder ob statische Probleme durch sackenden Boden das Hauptschiff zum Einsturz brachte.

- Was ist los in Schöningen? Das städtische Heimatmuseum Schöningen, Markt 33, das im Herbst 1981 wiedereröffnet wurde, gibt einen guten Überblick über die Entwicklung dieses Raumes seit der Vorgeschichte. Öffnungszeiten: Mittwoch von 15-17 Uhr und Sonntag von 10-12 Uhr.
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Sickte: Peggau´scher HofErkerode: Pfarrwitwenhaus

 

 

 

 

 

 

 

 

Sickte: Peggau´scher Hof                                                                                                             Pfarrwitwenhaus Erkerode / späteres Knabenhaus, Neuerkeröder Anstalten

Karte: SickteSICKTE Die Gemarkung zeigt eine merkwürdig lange, schmale Streifenform mit Höhen von 82-190m. Bereits im Jahre 888 findet sich eine Erwähnung dieses Ortes als “Kikthi”. So verworren dieser Name aussieht, gehört er zu der ältesten Namensschicht. Die Siedlung als solche wird noch älter sein, denn an zwei Stellen sind Reste aus der jüngeren Steinzeit und Eisenzeit aufgedeckt wurden. 1042 schrieb man Sicudi, 1060 Xikthi und Xicthe, 1200 Tsikthe, 1264 Zickede, bis man 1315 die Teilung in Unter- und Ober-Tzicte vornahm. Beide Dörfer gehörten zur Vogtei Evessen.
          Nach und nach entwickelte sich ein aus Niedersickte ein Bauerndorf, dessen Höfe mitteldeutsche Dreiseit- und Hakenhöfe mit Hausformen des Erkeröder Haustyps sind. Das Rittergut, wurde 1638 durch Zusammenlegung mehrerer Höfe begründet. Hier sollen  nicht die durch Geschlechter, Pächter und Besitzer gehende Geschichten aufgeschlagKarte: Cremlingen en werde, seit ein Dr. Heinrich Schrader, Kanzler Augusts d.J., 1636 Land und Rechte erhielt und letztere so nutzte, dass die zur Fron gezwungenen Bauern den Aufstand probten. Dies zu erwähnen ist aber wichtig, um zu verstehen, warum mancher Sickter bis in die jüngste Zeit hinein mit dem “Herrenhaus” nicht viel im Sinn hatte. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel kam es an die von Veltheim. Zuletzt wurde es als Vorwerk verwendet, bis es 1957 zum Teil aufgelöst und verkauft wurde. 1982 gründete sich ein Förderverein, der den Erhalt des schön proportionierten barocken Baus mit dem Rittersaal betreibt.  Mit seinen charakteristischen Arkadenöffnungen zeigt er eine engen Verbindung von anspruchsvoller Sickte: HerrenhausGutsarchitektur mit traditionellen bäuerlichen Bauweisen und neueren Europäischen Stiformen. Heute ist es Sitz der Samtgemeindeverwaltung.
          Auch Obersickte hat sich sich stetig als Bauerndorf entwickelt, mit 210 Einwohnern im Jahre. 1751. Die Kirche St. Georg besitzt einen gotischen Kirchturm von rechteckiger Grundform mit einem Satteldach; daran schließt sich ein neueres Kirchenschiff. Verlässt man Obersickte in Richtung Schöppenstedt, so sollte man keinesfalls versäumen, den Hof auf der rechten Straßenseite anzusehen: die im offenen Viereck um die Gebäude laufende Galerie ist in der Bauweise hiesiger Bauernhöfe eine häufig fotografierte Besonderheit. Im Garten der Anlage befindet sich der Platz der sehr alten Gerichtslinde (der “Kalandslinde”). 1944 wurden sämtliche Gebäude des Hofes Nr. ass. 8 in Obersickte, jetzt Schöninger Str. 2, unter Denkmalschutz gestellt. Dazu gehören ein Wohnhaus des 19. Jahrhunderts, eine Scheune und zwei Stallgebäude mit fortlaufender Holzgalerie im Innenhof.
        Dieser Bauernhof ist im thüringisch-niedersächsischem Stil erbaut worden. Er wird auch als fränkischer Vierseithof bezeichnet und wird bereits 1566 im Erbregister erwähnt. In einem Bericht des Herzoglichen Kreisamtes Riddagshausen vom 2. August 1831 an das "Hochlöbliche Landes Steuer-Collegium hieselbst" wird mitgeteilt:
Am 1. Aug. 1831, morgens gegen 2.00 Uhr ist zu Ober-Sickte das Wohnhaus und die Scheune des Kothsaßen und Tischlermeisters Conrad Rabke...total eingeäschert.....”  Sein Nachfolger, Heinrich Heronimus Peggau, hat dann am 13. Juli 1832 die Hofstätte mit der dazugehörenden Hofländerei gekauft. Als er 1837 das alte, vom Brand verschonte Stallgebäude abbrechen lassen wollte, kam die Planung für eine Chaussee nach Cremlingen auf. Diese veranlasste ihn, zu warten.  Die Dorfstraße verlief seinerzeit quer über den jetzigen Hof von Südwest nach Nordost und mündete auf den Lindenplatz (Kalandlinde-Tumulus). Mit der Planung einer Verbindung nach Cremlingen wurde auch der Verlauf der alten Dorfstraße im sogenannten Ostendorf verändert, was zu einer völligen Neuanlage führte und 1850 den Bau der beiden Stallgebäude samt Scheune ermöglichte. Die großzügige Bauweise konnte Peggau vornehmen, da er im gleichen Jahr einen Tausch der Hofstellen mit dem Koths. Barteis Nr. ass. 12, Obersickte durchführte.
          Mit dem Bau der neuen Chaussee vergrößerte sich der Peggau'sche Garten, und der Lindenplatz wurde mit einbezogen. Im Recess von Obersickte wird festgelegt: Der Inhaber des Hofes Nr. 8 ist verpflichtet, den auf dem im Plan Nr. 11 befindlichen alten Lindenplatze stehenden alten Lindenbaum stehen zu lassen, und es darf derselbe solchen nur mit Genehmigung der Ortsbehörde, bzw. der Herzogl. Kreisdirektion in Braunschweig entfernen. Über diese Linde wird in der amtlichen Kreisbeschreibung des Landkreises Braunschweig:
  “In Obersickte bestand ein 1386 dem Cyriakusstift in Braunschweig zustehendes Exekutionsgericht, dessen Gerichtsstätte bei der sogenannten Kalandslinde im südöstlichen Teil des Dorfes gewesen sein soll”.
             Der vergessene Tumulus
Die Freiengerichtsstätte in Sickte ist mit Sicherheit vor der Gründung des Herzogtums Braunschweig, also vor 1235, vorhanden gewesen. Am 21. Juni 1217 hielt Graf Konrad von Wernigerode bei Gicchenthe (Sickte) ein Grafengericht. Hier übertrug Kaiser Otto IV. den Edlen Hermann und Otto von Harbke das Schloß Harbke mit allem Zubehör, zu Lehn. Da es sich hier um freies Gut handelte und Harbke zur Grafschaft Wemigerode gehörte, konnte rechtlich die Auffassung nur vor dem Freiengericht zu Sickte erfolgen. Die Belehnung war mit der Verpflichtung zur Reichshilfe dem Kaiser gegenüber verbunden, an dessen Heerzügen teilzunehmen und dafür auf Abruf Ritter und Bedienstete bereitzustellen. Bei Nichteinhaltung waren 300 Mark Silber zu zahlen. Als Garanten für die Sicherstellung dieser Summe wurden 20 Personen namentlich aufgeführt.
         Diese alte unter Denkmalschutz stehende morsche Linde wurde im Herbst 1941 vom Sturm umgeworfen. Eine neue Linde pflanzte man im Jahre 1964 an gleicher Stelle. 1963 wird durch Kurt Peggaus Tochter, Imgard Reinke, der Umbau der Strallungen in Wohngebäude vorgenommen.
       
  Die Mittelalterliche Papiermühle in Obersickte als Vorläufer der Neuerkeröder Anstalten: Ein recht ungewöhnliches Gemeinwesen im Landkreis Wolfenbüttel ist - wie jeder weiß - der Sickter Ortsteil Neuerkerode. Einige Gebäude im heutigen Komplex zwischen Sickte und Erkerode (Wabehaus, Bergmannsche Papiermühle, Mädchenhaus auf dem Heerberge, Pfarrwitwenhaus Erkerode, das spätere “Knabenhaus”) hatten lange vor der Gründung der Anstalten ihre Bedeutung. Neuerkerode hat einen alten Baumbestand und einen Forellenbach, der das Gelände durchquert.

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