Fürstentum BS-Wolfenbüttel

 

 

 

Das Herzogtum Braunschweig ist um 1900 in drei Teile (Amtsbezirke Braunschweig/Wolfenbüttel/Helmstedt - Gandersheim/Holzminden und Blankenburg) sowie fünf Exklaven aufgeteilt, von denen vier zu sehen sind (Calvörde - Oelsburg - Bodenburg - Ostharingen; Thedinghausen liegt vor den Toren Bremens, in 200 km Entfernung) Die Anbindung des Amtes Harzburg wurde nach Abtretung der Goslarschen Stadtforst 1889 nur über eine “Nabelschnur”, die “Okerthals-Chaussee” aufrechterhalten. Die Exklaven wurden von der Provinz Hannover umschlossen, Calvörde von der Provinz Sachsen (nach: BZ, 28.10.2003)

 

 

 

Herzogtum Braunschweig Die Wurzeln des Herzogtums Braunschweig liegen bei Heinrich dem Löwen (1129 -1195), es war Teil des Landes der Welfen. 1235 übertrug Kaiser Friedrich II. dem Enkel Heinrichs, Otto dem Kind, den braunschweigischen Besitz, das später zum Reichsfahnlehen erhobene Herzogtum Braunschweig-Lüneburg (1432-1754). Dieses zerfiel durch Erbteilung in verschiedene Teilstaaten, unter denen sich schon im 14. Jahrhundert das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel herausbildete, das im 15./16. Jahrhundert etwa dem späteren Herzogtum Braunschweig entsprach.
         Bis etwa 1432 hatten die welfischen Herzöge ihre Residenz in Braunschweig ehe sie, müde des Dauerstreits mit den stolzen Hansestädten, ihre Residenz zwölf Kilometer stromaufwärts in Wolfenbüttel errichteten. Das hier entstandene Schloss der Braunschweig-lüneburgischen Herzöge war - im Verbund mit dem der herzoglichen Kanzlei, dem Konsistorium, den Gerichten, und dem Archiv - zur Schaltzentrale eines riesigen Gebietes, von der aus der Wolfenbüttel-Braunschweigische Teil des Gesamtherzgtums regiert wurde. Für lange Zeit unterstanden ihr auch die Fürstentümer Kalenberg-Göttingen und Grubenhagen, das Fürstbistum Halberstadt, große Gebiete des Fürstbistums Hildesheim und die Grafschaften Hohnstein und Regenstein, die Herrschaften Klettenberg und Lohra sowie Teile von Hoya an der Unterweser. Der Bedeutung des Hofes entsprach die Zahl benötigter Handwerker. Für diese, für Bürger und herzogliche Einrichtungen entstanden hunderte von Fachwerkgebäuden, anfangs ungeordnet, später auf herzoglichen Befehl ausgerichtet und brandtechnisch abgesichert. Auf dem Höhepunkt der Stadtentwicklung folgte der Heinrichstadt die Auguststadt im Westen und die Juliusstadt im Osten.
         Die seit dem 15. Jahrhundert bestehende städtische Unabhängigkeit Wolfenbüttels ging verloren, als die welfischen Landesherren ihre Residenz ab 1732 und bis 1753 unter Carl I. nach Braunschweig zurückverlegten. Der Herzog vollzog nur, was Trend war und dabei störte auch nicht, dass der von Hermann Korb 1718 begonnene Schlossneubau am “Grauen Hof” noch nicht fertig war.


 

 

Der Name “Grauer Hof” geht auf den Stadthof der Riddagshäuser Zisterzienser zurück, der hier zuvor gestanden hatte. Er leitete sich von den wahrscheinlich nicht mehr ganz so weißen Kutten der Mönche ab.
 

 

 

 

 

         Die Auswirkungen auf Wolfenbüttel waren katastrophal, wie an den später entstandenen Fachwerkbauten abzulesen ist. 4000 Bürger folgten der herzoglichen Familie und Wolfenbüttels Bevölkerung sank von ehemals 12000 auf 7000. Lediglich das Archiv, das Kirchenamt und die Bibliothek blieben als Brücke zurück. Aus Brauschweig vernahm man Spott: Wolfenbüttel sei zum “Witwensitz” verkommen. Die weiten Gartenflächen vor den drei Stadttoren (Herzogtor, Harztor, Augusttor) wurden den ehemaligen Gärtnern auf Erbpacht überlassen. Als Folge daraus entstanden zahlreiche Konservenfabriken. Vor dem Herzogtor wuchs die Zahl der Gärten, die sich schließlich bis zum Lechlumer Holz erstreckten. An dessen Südrand grüßte das 1733 anstelle eines Gartenhauses errichtete Lustschlösschen Antoinettenruh, ein Werk des für Wolfenbüttel so bedeutsamen Baumeisters Korb. Wolfenbüttel wurde zur Stadt der Schulen, 1753 wurde das Lehrerseminar gegründet, das im Waisenhaus begann und später in das Gebäude der heutigen Harztorwall-Schule umzog.
         In Carls I.Epoche fallen große Leistungen auf kulturellem und wissenschaftlichem Gebiet: das Theater wurde gefördert und die Bildung vorangetrieben. 1753 wurde das herzogliche Kunst- und Naturalienkabinett - Vorläufer des Naturhistorischen Museums, gegründet. Die reichhaltigen Sammlungen waren von den braunschweigischen Herzögen zusammengetragen worden war. Gefördert wurde dieses Vorhaben von Abt Jerusalem, den Gründer des Collegium Carolinum (später: Technische Hochschule/universität Carolo Wilhelmina). Nicht mehr Wolfenbüttel, sondern Braunschweig erlebte nun eine kulturelle Blüte.
Im August 1784 hielt sich Goethe in einer politischen Mission in Braunschweig auf, als er als Weimarscher Minister seinen Herzog Carl August begleitete. In einer Situation, in der sich die politische Lage zwischen Österreich und Preußen wieder einmal zugespitzt hatte, planten die deutschen Klein- und Mittelstaaten als ausgleichende Kraft einen Fürstenstaat. Herzog Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig sollte für diesen Fürstenbund gewonnen werden, was auch gelang (30. August). Die geheime Mission war als Familienbesuch zur Zeit der Herbstmesse getarnt; das Hofleben bestimmte den Aufenthalt, wohnte man doch im Residenzschloß am Bohlweg. Nicht ohne Ironie berichtet Goethe: „was unseren guten Herzog anlangt, so langweilt er sich schrecklich. Er möchte gern Anteil nehmen, möchte gerne was bedeuten. Der streng bemessene Gang des ganzen hiesigen Tuns und Treibens nagt ihn und eine Fee könnte ihm keinen angenehmeren Dienst erweisen, als wenn sie diesen Palast in eine Köhlerhütte verwandelte" (18. August).....”Wir haben hier allerlei Interessantes erlebt... dafür hat's aber auch lange Sitzungen gegeben in der Oper, an der Hoftafel; zumal die letzteren langweilen mich entsetzlich" (21. August).
         1806 wurde Herzog Carl-Wilhelm-Ferdinand als preußischer General in der Schlacht bei Auerstädt tödlich verwundet. Von 1807 bis 1813 war Braunschweig von den Franzosen besetzt und Teil des Königreiches Westfalen. Nach dem Wiener Kongress wurde es 1814 in den alten Grenzen als Herzogtum Braunschweig wieder hergestellt. Der Vorgängerbau des Ottmerschen Residenzschlosses am Braunschweiger Bohlweg, der erwähnte “Graue Hof” wurde 1830 von Brausnschweigs Bürgern bei einem Volksaufstand gegen den verschwenderischen Herzog Carl II. angezündet. Von 1833 bis 1884 durchlebte Braunschweig unter dem unverheiratet regierenden Herzog Wilhelm (dem zunächst letzten Mitglied der Welfischen Linie) eine Neutralitätsphase als kleiner Staat, der weder Österreich noch Preußen verbündet war. Sein Nachfolger wurde dann auf Bestreben Preußens nicht ein Welfischer Hannoveraner (Herzog Ernst August von Cumberland war ausersehen), sondern Prinz Albrecht von Preußen: das Herzogtum stand bereits seit dem Deutschen Krieg von 1866 bis 1911 unter der Verwaltung des Königreichs Preußen. Erst mit der Hochzeit zwischen Viktoria Luise (Tochter Kaiser Wilhelms II.) und Prinz Ernst August von Braunschweig-Lüneburg, Sohn des Herzogs von Cumberland, am 24.05.1913 kommt es zur Aussöhnung zwischen Welfen und Hohenzollern und es wird noch einmal ein Welfe zum Herrscher. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1918 dankt der Braunschweiger Herzog ab (“Novemberrevolution”).
Karte

Herzogtum Braunschweig-Lüneburg(1235-1754): Regentschaften (WORD-Dokument)
1235-1252 Otto das Kind (Enkel Heinrichs des Löwe, Sohn von Wilhelm von Lüneburg; †1252) - so genannt, weil er mit 14 Jahren die Regierung antrat und zudem von unansehnlicher Gestalt gewesen sein soll. Empfing auf dem Reichstag zu Mainz 1235 von Kaiser Friedrich II. den erblichen Titel eines Herzogs von Braunschweig und Lüneburg als Reichslehen. Mit ihm wurden die welfischen Besitztümer um Braunschweig und Lüneburg wieder vereinigt, die sich die drei Söhne Heinrichs des Löwen geteilt hatten. Dies ist der Beginn eines selbständigen Braunschweigs. Nach seinem Tode beginnen die fortwährenden Teilungen.
                                                                                                                                               ***
Altes Haus Braunschweig
1252-1267
Albrecht I., der “Große” (“der Lange”; 1236-1279) und Johann gemeinschaftlich erweitern das Land um Wolfenbüttel, die Asseburg und weitere Ländereien. Er wird gefolgt durch dessen ältsten Sohn
1267 wird das Herzogtum in das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel und das Fürstentum Braunschweig-Lüneburg untergliedert
1279-1291
Heinrich der Wunderliche (“Heinrich Mirabilis” 1267-1322), Begründer der Linie Grubenhagen, Albrecht der Feiste und Wilhelm unter Vormundschaft bzw. gemeinschaftlich
1291-1292 Wilhelm (†1292)
1292-1318 Albrecht der Feiste (†1318)
1318-1344 Otto der Milde († 1344)
1345 trennen sich Göttingen und Braunschweig. Braunschweig geht an Albrechts des Feisten Sohn
1345-1369 Magnus I. (d. A. bzw. der Fromme; † 1369)  dieser übergibt Braunschweig an seinen kriegerischen Sohn
1369-1373  Magnus II (Torquatus † 1372) ) überlässt. Dieser verliert am 25. Juli 1373, in der Schlacht bei Leveste am Deister sein Leben. Nach dem Tod des Vaters übernahm als nächster Agnat (Blutsverwandter) der Onkel Friedrichs, Otto der Quade von Braunschweig-Göttingen die Vormundschaft über die vier unmündigen Söhne. In einem Vergleich übernimmt zunächsat der älteste der Brüder,
Car I. 1713-1780Schwarzer Herzog
1373-1400 Friedrich ( 1400) die Regentschaft der Braunschweiger Lande. Bernhard und Heinrich übernehmen die Regentschaft in Lüneburg. Jedoch setzt Otto weiterhin alles daran, sich die nach Unabhängigkeit strebende Stadt Braunschweig untertänig zu machen. Tief ergriffen von dem Schicksal seiner Stadt verabredete Friedrich als rechtmäßiger Herrscher in geheimen Verhandlungen mit dem Rat der Stadt eine List. In einer handstreichartigen Aktion im Jahr 1381 befreite er Braunschweig von dem Joch seines eigenen Onkels und Vormunds. Ermordet 1400 beim Fürstentag in Frankfurt, beigesetzt im Dom St. Blasii zu Braunschweig (Corpus) bzw. neben seinem Onkel Otto dem Quaden im  im Kloster Wiebrechtshausen bei Northeim (Eingeweide, einer alten Sitte folgend). Die sinngemäße Übersetzung der Grabplatte im Dom lautet:
“Jm Jahr 1400 war eine Versammlung der Kurfürsten in Frankfurt wegen der Wahl eines Kaisers und die meisten Stimmen fielen auf den Herzog Friedrich von Braunschweig; wegen eines Widerspruches des Mainzer Bischofs (ist man) in Feindschaft auseinander gegangen und Herzog Friedrich ist trotz guten, sicheren Geleits bei Fritzlar erstochen und im Dom zu Braunschweig begraben (worden) ".
1400-1409 Bernhard (v. Lüneburg) und Heinrich der Milde († 1416) gemeinsam
1409-1428 Bernhard († 1434)
                                                                                                                                          
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etzterer begründete das Mittlere Haus Braunschweig , das sich zunächst seine Neffen Wilhelm und Heinrich teilten
1428-1432
Wilhelm der Ältere.(“der Siegreiche”; † 1482)
1432-1473 Heinrich I., der Friedfertige (+1473), in Fehde mit der Stadt Braunschweig, setzte seinen ältesten Sohn
1473-1482 Wilhelm der Ältere. bzw. der Siegreiche († 1482) ein
1482-1491 Wilhelm der Jüngere († 1503)
1491-1514 Heinrich der Ältere. († 1514)
1514-1568 Heinrich der Jüngere, zum Nachfolger ein (1489-11.06.1568; Umbau der mittelalterlichen Burg zum Schloss; leidenschaftlicher Gegner der Lutheraner, Seele des gegen den Schmalkaldischen Bund gerichteten Katholischen Bündnisses, Beginn der “Hexenverbrennnungen” im Lechlumer Holz). Die Enterbung seines dritten Sohnes, Julius, konnte nicht durchgesetzt werden:
1568-1589
Julius zu Braunschweig-Lüneburg, (1528-1589; großer Bauherr der Stadt, schafft aus der Festung die erste planmäßig angelegte Renaissancestadt-Anlage; gründet 1572 die Bibliothek; . Gründet 1576 die Universität Helmstedt und übergibt ihr zunächst die “Bibliotheca Julia” (der heutiger Name “Herzog August Bibliothek” in Wolfenbüttel, diese erhält die Sammlung erst im 19. Jh, geht auf ihren bedeutendsten Sammler, Herzog August den Jüngeren, zurück). Errichtet das Schloss Hessen; verstärkt die Bastionen aus den Anfängen des 16. Jh zur Festung. Erwarb Kalenberg, Göttingen und Diepholz. Protestant!). Sein Sohn
1589-1613
Heinrich Julius (1564-1613, herrscht zur Zeit kultureller Blüte Wolfenbüttels. Seit 1566 Bischof von Halberstadt, Rektor der Universität Helmstedt, Präsident des Hofgerichts, Alchimist, Jäger, Schriftsteller, bindet 1592 erstmalig eine der fahrenden Theater-Compagnien an seinen Hof und gründet damit das erste stehende Theater Deutschlands)
1613-1634 Friedrich-Ulrich, sein Sohn, musste Grubenhagen an Lüneburg abtreten.
                                                                                                                               ***
Die Wolfenbüttler Linie des mittleren Hauses Braunschweig stirbt 1634 aus. Beginn des Neuen Hauses Braunschweig
1635-1666
August d.J. zu Braunschweig-Lüneburg, (1579-17.09.1666; ab 1604: Herrscher im Fürstentum Hitzacker; betreibt den Wiederaufstieg Wolfenbüttels nach dem 30jährigen Krieg; bezieht 1643 die Residenz Wolfenbüttel und überführt seine Büchersammlung aus Hitzacker, Gründer eines Barocktheaters und der Bibliotheka Augusta; Standbild auf dem Stadtmarkt)
schlug nach Berichten von 1677 einen Weg durch das Lechlumer Holz, den “Alten Weg” (die spätere “Barockstraße” zwischen dem Lustschloss “Antoinettenruh, über das Barockschlösschen [späteres Sternhaus] bis zum Großen Weghaus Stöckheim) , eroberte 1671 die Stadt und Festung Braunschweig). August wird von seinen drei Söhnen Rudolf-August, Anton Ulrich und Ferdinand-Albrecht überlebt
1666-1685/1704
Rudolf August (1627-1704) stellt im Krieg gegen Frankreich 9000 Mann und gegen die Türkei 1685 (Schlacht bei Gran) 10 000 Mann. Unterwarf 1671 die Stadt Braunschweig und nahm diese als Eigentum. Starb ohne männlichen Erbe, ihm folgte sein Bruder Anton Ulrich, der schon seit1685 sein Mitregent war.
1685/1704-1714
Anton Ulrich (1633-27.03.1714); Politiker, Kunstfreund und Dichter; Begründer des nach ihm benannten Museums in Braunschweig. Errichtet das Schloss Salzdahlum mit Bühne für Theateraufführungen im Sommer. 1688 entsteht in Wolfenbüttel ein Opernhaus, 1690 das Opernhaus am Braunschweiger Hagenmarkt). Wurde 1710 katholisch. Sein ältester Sohn August Wilhel, ein leidenschaftlicher Protestant, folgte ihm.
1714-1731
August Wilhelm (1662-23.03.1731) stirbt ohne Kinder, wird durch seinen Bruder befolgt:.
Collegium Carolinum (Bohlweg: 1745-1877)
1731-1735
Ludwig Rudolph (1671-01.03.1735, seit 1714 Fürst von Blankenburg; verh. mit Christine Luise, Prinzessin zu Oettingen-Oettingen; Tochter: Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Lüneburg, 1691-1750, “die Gigantin”, Gattin Kaiser Karls VI von Österreich, Mutter Maria Theresias).
                                                                                                                             ***
Die Linie Wolfenbüttel stirbt aus; Übergang auf Nebenlinie Braunschweig-Bevern
Nach kurzem Zwischenspiel durch den Gemahl der dritten Tochter Ludwig Rudolphs, Antoinette Amalie,
1735
Ferdinand Albrecht II (-03.09.1735) aus der Linie Bevern, übernimmt dessen Sohn.
1735-1780
Carl I. (1.8.1713-26.3.1780) die Regierung; verheiratet mit der Schwester Friedrichs des Großen, 1745 Gründung des “Collegium Carolinum” am Bohlweg in Braunschweig (1745-1877) im Sinne der Europäischen aufklärung, Vorläufer der TU, genannt “Carolo Wilhelmina” nach seiner Person sowie nach Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg), 1765 Gründung des Leihhauses (Nord/LB), 1753 der Brandversicherung (Öffentliche Versicherung), der Porzellanmanufaktur Fürstenberg. Unter seiner Politik erlebt Braunschweig eine kulturelle Blütezeit; 1753 wird die Residenz nach Braunschweig verlegt, der “Graue Hof” zum Residenzschloss ausgebaut)
1780-1806
Carl-Wilhelm-Ferdinand (1735-1806; genoss seit dem Siebenjährigen Krieg Heldenverehrung; heiratete 1764 in einer “politischen Ehe” Auguste, eine Schwester des britischen Königs Georg III.. Nach Anfangsjahren im Salzdahlumer Schloss wird Schloss Ricchmond, ein frühklassizistisches Projekt, zum Wohnsitz bis zur Regierungsübernahme 1780. Mit seinem englischen Park bleibt Richmond ein heiterer Gegenpol zur düsteren Residenz “Grauer Hof” am Bohlweg. Der Herzog stirbt 1806 in der Schlacht bei Jena).
1807-1807 Französische Herrschaft, 1807-1813 Königreich Westfahlen
Da der Erbprinz früh gestorben, zwei andere Söhne unfähig waren, traf es den jüngsten Sohn Carl-Wilhelm Ferdinands:
1813-1815
Friedrich Wilhelm (1771-1815; seit 1807 Herzog von Oels/Schlesien, der “schwarze Herzog. Heuerte beim Ausbruch des Österreichisch-französischen Krieges 1809 in Boehmen ein Freicorps, die “schwarzen Husaren”an, bahnte sich seinen Weg über Braunschweig zur Nordsee. Als er 1815 in der Schlacht bei Waterloo fällt, hinterlässt er zwei minderjährige Söhne, Carl II. (*1804) und Wilhelm (*1806))
 Neugründung 1814 als:

Herzogtum Braunschweig (1814-1918)
16.06.1815 - 1823 Vormundschaftliche Regierung Georgs IV. von England bis zur Volljährigkeit von Carl II.
1823-20.04.1831 Herzog Carl II. (1804 - 1873) 1831 abgesetzt wie oben beschrieben, Regierungsgeschäfte übernimmt bereits ab 1830 inoffiziell  der jüngere Bruder.
20.04.1831 - 18.10.1884 Herzog Wilhelm (1806 - 1884); gründet die erste Staatseisenbahn Deutschlands, die mit einer Strecke im eigenen Herzogtum, von Braunschweig nach Wolfenbüttel, begann (Karte unten), dann nach Harzburg (1838) und darüber hinaus. 1843 ”stand” die Anbindung von Wolfenbüttel über Oschersleben nach Magdeburg.
20.04.1884 - 02.11.1885 Präsident des Regentschaftsrates Wilhelm Otto Hans Hermann Graf von Schlitz
02.11.1885 - 13.09.1906 Regent von Braunschweig - Prinz Albrecht von Preußen (1837 - 1906 )
13.09.1906 - 05.06.1907 Präsident des Regentschaftsrates Albert von Otto (1836 - 1921)
05.06.1907 - 01.11.1913 Regent von Braunschweig - Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg (1857 - 1920)
01.11.1913 - 08.11.1918 Herzog Ernst August (1878 - 1953)

    Das Herzogtum Braunschweig gliederte sich in folgende Verwaltungsorganisation:
    1. Kreis Braunschweig mit der Stadt Braunschweig und den Ämtern Riddagshausen,
                 Vechelde und Thedinghausen.
    2. Kreis Wolfenbüttel mit Stadt und Amt Wolfenbüttel, Schöppenstedt, Salder und Harzburg.
    3. Kreis Helmstedt mit den Ämtern Helmstedt, Schöningen, Königslutter, Vorsfelde und Calvörde.
    4. Kreis Gandersheim mit den Ämtern Gandersheim, Seesen, Lutter a. Bbge. und Greene.
    5. Kreis Holzminden mit den Ämtern Holzminden, Stadtoldendorf, Eschershausen und Ottenstein.
    6. Kreis Blankenburg mit den Ämtern Blankenburg, Hasselfelde und Walkenried.
    Quelle

1918 entstand während der “Novemberrevolution” vorübergehend eine “sozialistische Republik” und am 6. Januar 1922 erhielt Braunschweig als Freistaat eine neue demokratische Verfassung. 1931 entstand eine bürgerliche Regierung unter Beteiligung der Nationalsozialisten (Minister Klagges).
         Die ehemalige preußische Provinz Hannover wurde 1946 durch die allierten Mächte zum Freistaat erklärt, bevor sie wenige Monate später mit Teilen der ehemaligen Herzogtümer Braunschweig und Oldenburg sowie dem ehemaligen Fürstentum Schaumburg-Lippe zum Bundesland Niedersachen zusammengelegt wurde; Teilstücke gingen dabei auch an das heutige Bundesland Sachsen-Anhalt.
Weblinks: http://www.braunschweig.de/ ; http://www.deutsche-schutzgebiete.de/herzogtum_braunschweig.htm

Ende und Anfang:

Der prunkvolle Ottmerbau des Schlosses wurde während des Krieges zerstört und 1960 nach einem spektakulären Ratsbeschluss aufgrund der hauchdünnen SPD-Mehrheit abgerissen. Dabei ließ man beim Portikus - im Gegensatzt zu den anderen Teilen - Rücksicht walten: er wurde vorsichtig zerlegt, nummeriert und in einer Grube am Madamenweg eingelagert. Herausragende Teile wie Reste von Figuren wurden auf dem städtischen Bauhof an der Ludwigsstraße verwahrt, Säulenkapitelle bildeten den Rahmen eines Wasserbeckens im späteren Schlosspark. Der Rest wanderte auf das Gelände des Kleingartenvereins Holzenkamp am Madamenweg, wo sie eine Grube mit 45 x 30 Metern füllen.
         Jetzt (2004) soll das Schloss im Zuge des Baus eines ECE-Einkaufszentrums “Schloss - Arkaden” weitestmöglich rekonstruiert werden, wofür im März 2004 vier Parzellen des Gartenvereins vorübergehend weichen müssen. Wenn das Schloss einmal vor dem Einkaufszentrum steht, wird es 116 Meter breit, mit der Quadriga 40 Meter hoch und an den Seitenflügeln 60 Meter tief sein.
         Unsere Bilderserie (
rechtes Bild anklicken; Privatfotos von 1960) zeigt den damaligen Zustand und die Abrissarbeiten. Die Serie schließt mit einer filigranen Steinmetzarbeit, die bei den Ausgrabungen in sehr gutem Zustand zutage gefördert wurde. Bei Anklicken des jeweiligen Bildes folgt das nächste.

* Weblinks

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